Beruf

Wappen der Böttcherzunft

Wappen der Böttcherzunft

Böttcher fertigen hölzerne Gefäße, die Flüssigkeiten über längere Zeit aufzunehmen geeignet sind. Hierzu zählen Wein-, und Bierfässer sowie Fässer für Spirituosen; aber auch Bottiche, wie sie zum Beispiel in Saunen Verwendung finden. Neben der Holzbearbeitung, wie sie etwa auch Tischler praktizieren, sind Böttcher dazu in der Lage, Holz so zu biegen, daß die Fässer ihre Bauchigkeit erhalten und sicherzustellen, daß die Fässer dicht sind. Somit besteht eine gewisse Verwandtschaft des Berufs auch zum Bootsbauer.

Bis zum Aufkommen das Holz in diesen Bereichen ersetzender Werkstoffe, fertigten Böttcher auch Leichtfässer etwa für Lagerung und Transport von Marmelade und Butter. Auch eine Vielzahl von Wirtschaftsgefäßen wurde von den Böttcherbetrieben produziert, beispielsweise Holzgefäße für die Landwirtschaft, Holzwannen für medizinische Bäder in Kurorten und Wannen, Kübel und Zuber für den häuslichen Bedarf.

Im Deutschen Reich wurden 1931 amtlich 13.235 Böttcherbetriebe gezählt. 1947 waren es immer noch über 10.000. (Vgl. Herbert Kindler, „Der Handwerksberuf des Böttchers und Küfers“, S. 6; Bremen, 1948). Aktuell sind es in Deutschland kaum noch 20 (Eigene Schätzung).

Haupttätigkeit ist heute die Fertigung von Fässern für den Weinausbau. Da in diesem Wirtschaftsbereich in den letzten Jahren ein teilweises „Zurückdenken“, nämlich vom Edelstahltank wieder zum (Eichen)Fass hin, zu verzeichnen ist, besteht – soweit dafür in Frage kommende Fertigungsschritte mit die Produktivität steigernden Maschinen und Werkzeugen vollzogen werden – eine wirtschaftliche Perspektive, die gewiss auch Raum für Wachstum lässt.